…– und warum mein Fächer inzwischen mein bester Freund ist. Ich gebe es ganz offen zu: Hitze und ich werden in diesem Leben keine Freundinnen mehr.
Andere Menschen blühen bei 30 Grad so richtig auf. Sie sitzen glücklich in der Sonne, bestellen noch einen Aperol und sagen Dinge wie: „Ach, ist das herrlich!“
Ich dagegen denke: Wo ist der nächste Schatten? Warum ist mein Herzschlag so laut? Und wer hat eigentlich beschlossen, dass 35 Grad eine gute Idee sind? 😂
Aber Spaß beiseite: Hitze kann für unseren Körper und unser Nervensystem tatsächlich richtig anstrengend sein. Und gerade Menschen, die ohnehin mit Angst, Panik, Migräne, Kreislaufproblemen oder chronischen Erkrankungen zu kämpfen haben, merken die hohen Temperaturen oft besonders deutlich.
Denn unser Körper hat bei Hitze einen ziemlich großen Job:
Er muss uns kühlen.
Die Blutgefäße erweitern sich, der Puls kann steigen, wir schwitzen und verlieren Flüssigkeit und Elektrolyte. Das alles braucht Energie.
Und jetzt kommt das Gemeine:
Viele dieser völlig normalen Reaktionen fühlen sich verdächtig ähnlich an wie Angst.
Herzklopfen.
Schwindel.
Schwäche.
Innere Unruhe.
Erschöpfung.
Eine veränderte oder schnellere Atmung.
Wenn man ohnehin zu Angst oder Panik neigt, kann das Gehirn daraus schnell machen:
„Oh oh. Da stimmt etwas nicht!“
Und schon dreht sich das Gedankenkarussell.
Hitze → körperliche Symptome → Angst → noch mehr Stress → noch mehr körperliche Symptome.
Hallo Teufelskreis. 👋
Was mir deshalb an heißen Tagen besonders hilft?
Nervensystem entlasten, Erwartungen runterschrauben und den Körper möglichst gut beim Kühlen unterstützen.
Hier kommen meine persönlichen Hitze-Hacks – über viele Sommer getestet und für gut befunden.
💧 1. Trinken. Ja, wirklich. Immer wieder.
Mein erster Tipp klingt wahnsinnig spektakulär – ist aber einer der wichtigsten:
Trinken – nicht zu kalt.
Am besten regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke. Nicht erst dann, wenn der Durst schon laut „HILFE!“ schreit.
Pfefferminztee ist für mich ebenfalls ein schöner Sommerbegleiter – warm oder abgekühlt.
Und Alkohol darf bei großer Hitze ruhig einmal Pause machen. Er kann den Kreislauf zusätzlich belasten und ist bei hohen Temperaturen nicht unbedingt der beste Freund unseres Körpers.
🌿 2. Pfefferminze – der kleine Frischetrick
Pfefferminze liebe ich im Sommer.
Ein paar frische Blätter ins Wasser, Pfefferminztee oder einfach der Duft von Pfefferminze – herrlich.
Das enthaltene Menthol aktiviert bestimmte Kälterezeptoren in unserer Haut und Schleimhaut. Dadurch entsteht ein Kältegefühl, obwohl unsere Körpertemperatur dadurch nicht wirklich abgesenkt wird.
Und manchmal ist genau dieses Gefühl schon Gold wert.
Für unterwegs kann beispielsweise ein Tropfen eines geeigneten, gut verdünnten Pfefferminzöls auf einem Taschentuch angenehm sein.
Aber bitte: Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut geben und bei Kindern und Haustieren besonders vorsichtig sein.
Ich verwende die Öle von Doterra, bei Fragen kontaktiere mich gerne.
3. Mein Geheimtipp: Handgelenke und Unterarme kühlen
Das ist einer meiner persönlichen Favoriten.
Wenn mir wirklich heiß ist, halte ich meine Handgelenke und Unterarme unter angenehm kühles Wasser oder lege einen kühlen, feuchten Waschlappen darauf.
Und warum funktioniert das so gut?
An unseren Unterarmen und rund um die Handgelenke verlaufen Blutgefäße relativ oberflächlich. Wenn wir die Haut dort kühlen, kann das Blut in diesen Bereichen Wärme abgeben. Gleichzeitig registrieren die Kälterezeptoren in der Haut den Kältereiz und melden dem Gehirn ziemlich schnell:
„Es wird kühler!“
Das sorgt vor allem für einen schnellen, subjektiv sehr angenehmen Frischeeffekt und kann dabei helfen, sich aus diesem „Mir ist SO heiß!“-Gefühl herauszuholen.
Wichtig: Bitte nicht mit eiskaltem Wasser übertreiben. Kühl reicht völlig.
Und nein – man muss dafür nicht erst ein Hightech-Kühlgerät kaufen. Ein Wasserhahn tut’s auch. 😉
4. Runterschalten. Ohne schlechtes Gewissen.
Ich glaube, das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
An heißen Tagen müssen wir nicht funktionieren wie an einem perfekten Frühlingstag.
Unser Körper arbeitet bereits auf Hochtouren.
Also: weniger müssen. Mehr dürfen.
Und bitte seid auch mit anderen Menschen ein bisschen nachsichtig. Hitze kann uns müder, gereizter, ungeduldiger und emotional empfindlicher machen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass wir plötzlich schlechte Menschen geworden sind.
Es ist auch Biologie.
Vielleicht muss die Grundsatzdiskussion mit dem Partner deshalb einfach bis 20 Uhr warten.
Oder bis Oktober. 😂
😴 5. Pause – warum eigentlich nicht?
Die Menschen in südlichen Ländern haben etwas verstanden:
Wenn es draußen brütend heiß ist, muss man nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen.
Wenn es möglich ist, macht eine Pause während der größten Hitze.
Arbeiten, putzen, Sport treiben oder Großprojekte starten kann man oft auch in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.
Unser Körper ist kein Bürocomputer. Man kann ihn nicht einfach auf „Leistung“ stellen und die Temperatur ignorieren.
6. Atmet euch ein bisschen kühler
Eine meiner Lieblingsübungen für heiße Tage ist Shitali, eine yogische Atemtechnik.
Dabei wird die Zunge – wenn möglich – zu einer kleinen Röhre gerollt. Langsam durch die gerollte Zunge einatmen, den Mund schließen und anschließend ruhig durch die
Nase ausatmen.
Die Zunge lässt sich nicht rollen? Kein Problem.
Dann könnt ihr Sitkari ausprobieren: Die Zunge liegt locker hinter den Zähnen und die Einatmung erfolgt durch den leicht geöffneten Mund.
Die Atemtechnik kann sich subjektiv angenehm kühlend anfühlen und gleichzeitig dabei helfen, die Atmung zu verlangsamen und das Nervensystem zu beruhigen.
Schon zwei bis fünf Minuten können eine kleine Pause vom Hitze-Stress sein.
👉 Hier findet ihr dazu meinen passenden YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=IhHlBi0NjRU
☕ 7. Koffein ein bisschen bremsen
Ich liebe Kaffee.
Aber wenn mein Herz bei 32 Grad ohnehin schon beschlossen hat, einen kleinen Marathon zu laufen, muss ich nicht unbedingt noch einen doppelten Espresso hinterherschicken.
Deshalb reduziere ich an besonders heißen Tagen mein Koffein etwas.
Energydrinks würde ich bei großer Hitze auch eher weglassen.
Auch sehr scharfes Essen darf bei mir vorübergehend Urlaub machen.
🪭 8. Mein bester Freund: der Fächer
Ja.
Ich habe einen Fächer.
Und nein, ich schäme mich nicht dafür.
Im Gegenteil: Mein Fächer kommt mit.
In die Handtasche, ins Büro, in die Öffis, auf die Terrasse und im Zweifel auch zum Restaurantbesuch.
Kleine Taschenventilatoren können ebenfalls praktisch sein.
Manchmal braucht es eben keine komplizierte Lösung.
Manchmal braucht es einfach Luft.
9. Ventilator + ein bisschen Wasser = Sommer-Upgrade
Ein Ventilator kann bei Hitze richtig angenehm sein.
Noch besser funktioniert die Kombination mit leicht feuchter Haut.
Ein paar Sprühstöße Wasser aus einer kleinen Sprühflasche, Ventilator an – und schon unterstützt die Luftbewegung die Verdunstung.
Kleine Maßnahmen. Große Wirkung fürs Wohlbefinden.
👕 10. Lasst eure Haut atmen
Leichte, lockere Kleidung aus atmungsaktiven Materialien hilft dabei, Wärme besser abzugeben.
Enge Jeans bei 35 Grad?
Ich persönlich sehe darin eine Form von Selbstüberschätzung. 😂
🦶 11. Füße ins Wasser
Eine Schüssel mit angenehm kühlem Wasser unter dem Schreibtisch?
Ja bitte.
Gerade wenn man viel sitzt, kann das richtig angenehm sein.
Und wenn die Schüssel schon einmal da steht, kann man auch wunderbar so tun, als hätte man das Arbeiten im Homeoffice komplett im Griff.
🚿 12. Lieber kühl als eiskalt duschen
Ich verstehe den Impuls:
35 Grad. Dusche. EIS.
Aber eine extrem kalte Dusche ist nicht unbedingt die beste Idee.
Der starke Kältereiz kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße der Haut zusammenziehen. Der Körper versucht anschließend, wieder gegenzuregulieren.Deshalb empfinde ich eine angenehm kühle bis lauwarme Dusche oft als nachhaltiger.
Und danach bitte nicht direkt wieder in die Sonne rennen.
💦 13. Die Sprühflasche – klein, aber oho
Eine kleine Sprühflasche mit Wasser gehört bei mir definitiv in die Kategorie:
„Warum habe ich das nicht schon früher gemacht?“
Ein paar Sprühstöße auf Arme, Beine oder Gesicht und anschließend ein bisschen Luftbewegung.
Fertig.
Oder eine Schüssel mit Eiswürfeln, Gesicht kurz eintauchen…ahh……
🔥 14. Alles, was Wärme macht, darf warten
Kochen. Backen. Trockner. Bügeln.
Wenn möglich: auf den Abend verschieben.
Warum sollte ich um 14 Uhr freiwillig den Backofen anschalten, wenn es draußen brütend heiß ist?
Genau. Muss nicht sein.
Mein Essenstipp: Wassermelone mit Schafskäse.
🌳 15. Ab in den Wald
Wenn ich der Hitze entkommen möchte, ist der Wald einer meiner liebsten Orte.
Schatten, Bäume, weniger aufgeheizte Flächen und oft ein angenehmeres Mikroklima.
Und dann ist da noch etwas:
Unser Nervensystem liebt Natur.
Das Grün, die natürlichen Geräusche, die gleichmäßigen Bewegungen und weniger grelles Licht können wunderbar beruhigend wirken. Manchmal braucht es gar keine komplizierte Entspannungstechnik.
Manchmal braucht es nur:
Wald. Schatten. Langsam gehen. Atmen.
❤ Und jetzt kommt mein wichtigster Hitze-Tipp:
Habt Mitgefühl. Mit euch selbst. Und mit anderen.
Wenn ihr euch an heißen Tagen erschöpfter, gereizter, ängstlicher oder weniger belastbar fühlt, bedeutet das nicht, dass ihr plötzlich „schlechter funktioniert“.
Euer Körper arbeitet gerade auf Hochtouren.
Er versucht, euch zu kühlen.
Das kostet Energie.
Und zwar körperlich und psychisch.
Vielleicht darf die To-do-Liste deshalb heute einfach etwas kürzer sein.
Vielleicht darf die Wohnung heute ein bisschen unordentlicher bleiben.
Vielleicht darf die Antwort auf die E-Mail bis morgen warten.
Vielleicht muss das Workout ausfallen.
Und vielleicht müsst ihr an einem heißen Tag einfach einmal gar nichts leisten.
Das ist keine Schwäche. Das ist Selbstfürsorge.
Oder, wie ich es inzwischen gerne sehe:
Nicht jeder Sommertag muss ein „Ich blühe auf!“-Tag sein.
Manchmal reicht auch:
„Ich habe heute überlebt, ohne meinen Fächer zu verlieren.“ 😂
Und das ist doch schon mal was.
Ich wünsche euch einen möglichst kühlen Sommer, viele schattige Plätze, ausreichend Wasser, einen treuen Fächer an eurer Seite und vor allem ganz viele kleine Momente, in denen euer Nervensystem sagen kann:
„Ahhhh … das ist jetzt angenehm.“ ❤
Eure Alexandra





